Solarstrom für die Bürstenfabrik

Projekte (Gewerbe)
Das Todtnauer Traditionsunternehmen Keller investiert in eine Photovoltaikanlage und nutzt den Strom in den eigenen Produktionshallen. Energieagentur Regio Freiburg und ageff GmbH realisieren 300.000-Euro-Projekt
(Todtnau.) Die Bürstenfabrik Keller in Todtnau hat auf sieben Dächern ihres Unternehmens eine Photovoltaikanlage mit einer Jahresstromproduktion von 310.000 Kilowattstunden (kWh) gebaut, die künftig etwa die Hälfte vom Stromverbrauch des Traditionsunternehmens decken wird. Die eigens für die regenerative Energieversorgung gegründete Keller Energie GmbH beauftragte für die Planung, Koordinierung und Umsetzung des Projektes die Energieagentur Regio Freiburg und die Freiburger Agentur für Energieeffizienz ageff GmbH, die in diesem Sommer insgesamt 990 Solarmodule und 15 Wechselrichter auf den Dachflächen der Bürstenfabrik installierten.
„Als Unternehmen, das Bürsten seit jeher aus rein natürlichen Rohstoffen produziert und auf nachhaltiges Wirtschaften setzt, ist uns die regenerative Energieversorgung ein Herzensanliegen“, sagt Firmeninhaberin Jasmin Keller. Dass die Investitionskosten von gut 300.000 Euro sich in bereits zehn Jahren wieder amortisieren und das Projekt sich damit auch betriebswirtschaftlich lohnt, steht für die Bürstenfabrikantin nicht an erster Stelle: „Der Klimawandel geht uns alle an. Es geht um diese Welt. Da sind wir alle in der Verantwortung.“
Die Photovoltaikanlage trägt dabei nicht unerheblich zum Klimaschutz bei. „Durch die Anlage werden etwa 150 Tonnen Kohlendioxid im Jahr eingespart,“ rechnet Claus Menig vor. Der Projektleiter der Firma ageff betont die Vorbildfunktion für die ganze Region: „Wir haben hier im südlichen Schwarzwald mit den vielen Sonnentagen hervorragende Bedingungen für die Nutzung der Photovoltaik. Sie rechnet sich ökologisch und ökonomisch.“
Das sieht sein Projektpartner ganz ähnlich. „Wir haben für das Unternehmen Keller ein Energiekonzept entwickelt, das auf mehreren Beinen steht und beste Perspektiven bietet,“ berichtet Christoph Schmidt von der Energieagentur Regio Freiburg. Die Photovoltaikanlage sei ein großer Schritt zur Energie-Autarkie der Bürstenfabrik. „Etwa die Hälfte des Strombedarfs wird die Firma Keller künftig durch die PV-Anlage produzieren. Mithilfe eines Stromspeichers wird sich der Anteil noch erhöhen.“Und damit sind die Pläne des umtriebigen Familienunternehmens noch längst nicht am Ende.„
Wir werden bald unsere Holzspäne aus der Herstellung in einer eigenen Presse zu Holzpellets verarbeiten und im Blockheizkraftwerk in Wärme und Strom umwandeln“, stellt Jasmin Keller in Aussicht. Und dann wäre da noch die Möglichkeit, die Wasserkraft des unmittelbar neben dem Firmengebäude vorbeifließenden Flüsschens Wiese zu nutzen. „Das Wasserrecht haben wir seit 150 Jahren – ich hoffe, dass wir das künftig wieder nutzen können.“
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